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SPD in den Ländern stark – aber der Bundestrend sagt was anderes

Wenn man sich die Ergebnisse der Landtagswahlen aus den vergangenen Monaten einmal anschaut, hat die SPD gar nicht so schlecht abgeschnitten. Doch warum setzt sich dieser Trend in keiner Weise auf die Bundesebene durch. Liegt es an den Themen, an Personen oder sind mal wieder die Medien schuld?

Die aktuelle Forsa-Umfrage bescheinigt der SPD bei der Sonntagsfrage nur noch 23 Prozent. Dies wäre der niedrigste Wert seit 2011. Dagegen liegen die Christdemokraten in einem Umfrage-Hoch. 43 Prozent der Wählerinnen und Wähler würden der CDU die Stimme geben. Auch die Kanzlerin Merkel könnte sich bei einer Direktwahl aus der Bevölkerung über eine Mehrheit der Stimmen freuen (59 Prozent). Ihr Konkurrent Peer Steinbrück verliert als Herausforderer nach der Umfrage allerdings mehr und mehr an Boden – er kommt bei einer Direktwahl lediglich auf 18 Prozent.

Warum ist die SPD auf Bundesebene soweit weg von den Ergebnissen in einigen Bundesländern?

Entgegen dem Bundestrend zeigten die letzten Ergebnisse aus Landtagswahlen und Kommunalwahlen eine positive Tendenz für die SPD. Im bevölkerungsreichsten Bundesland, in Nordrhein-Westfalen, hatte die SPD mit ihrer Frontfrau Hannelore Kraft zuletzt zwei Wahlen für die SPD gewinnen können und die CDU/FDP-Regierung unter Jürgen Rüttgers abgelöst. Jedoch gab es nach der ersten Landtagswahl 2010 zwar keine stabile Regierung mit dem Wunschpartner Die Grünen, so ging man bei der Neuwahl im vergangenen Jahr allerdings mit einer deutlichen Mehrheit (42,3 Prozent) und einer stabilen Regierung aus den Landtagswahlen hervor. Der Hauptkonkurrent CDU verzeichnete Verluste zur Vorwahl von rund 8 Prozent (insgesamt CDU 32,7 Prozent).

Weitere Landagswahlen, bei der die SPD ihre Regierung bestätigt sah, war beispielsweise 2011 in Mecklemburg-Vorpommern (SPD 35,6% / CDU 23,0) oder in Hamburg, wo Olaf Scholz im selben Jahr die Regerierungsgeschäfte übernahm (48,4%) und die CDU eines der schlechtesten Ergebnisse eingefahren hatte (von 42,6%-2008 auf 21,9%-2011). Jüngster Ministerpräsident (zeitlich!) ist im hohen Norden in Schleswig-Holstein zu verzeichnen. Mit Thorsten Albig stellt die SPD – trotz höherer Stimmenanteilen bei der CDU (30,8%) – zusammen mit den Grünen und dem Südschleswiger Wählerverband SSW die Landesregierung. In Rheinland-Pfalz kam man bei der letzten Landtagswahl 2011 noch mal mit einem blauen Auge davon. So verzeichneten die Sozialdemokraten um Kurt Beck zwar Verluste um 10 Prozent (SPD 35,7%), konnten sich jedoch noch knapp vor der CDU (35,2%) setzen.

SPD stellt acht von sechzehn Ministerpräsidenten

Einzelbeispiele können für die Gesamtbetrachtung allerdings nicht herhalten. So ist weder Hamburg, noch Mecklenburg-Vorpommern, noch Nordrhein-Westfalen repräsentativ für das Ergebnis der bevorstehenden Bundestagswahl. Von allen 16 Landesparlamenten ist die SPD
Interessant dürfte jedoch auch die Wahl in Niedersachsen am kommenden Sonntag sein. Dort steht dem recht unbekannten Herausforderer der SPD Stephan Weil der amtierende Ministerpräsidenten McAllister (CDU) gegenüber. Laut den aktuellen Umfragewerten würde die Mehrheit der Niedersachsen McAllister als MP wählen – Weil kommt dagegen nur auf knappe 30 Prozent der Wählerstimmen. Es dürfte allerdings dennoch spannend werden, da die FDP um den Einzug in den Landtag kämpft. Verpasst sie den Sprung, wird die Frage nach einer neuen Mehrheit im Landesparlament zwischen CDU, SPD und Grünen entschieden. Letztere könnten bei idealen Bedingungen gemeinsam mit der SPD und Stephan Weil die künftige Regierung in Niedersachsen stellen. Dann gäbe es wieder klare Grenzen zwischen einem roten Nord-Westen und einem schwarzen Süd-Osten.

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Ein Kommentar zu “SPD in den Ländern stark – aber der Bundestrend sagt was anderes

  1. Klaus-Dieter Nussbaum
    24. Februar 2013

    Ich denke, wenn der Spitzenkandidatder SPD Peer STeinbrück in seinem
    Auftreten etwas verbindlicher und freundlicher wäre, würde die Gunst der Bürger wieder steigen und sich im Bundestrend manifestieren. Die trockene Art seiner Reden stoßen viele Bürger ab.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 18. Januar 2013 von in Campaigning, Politik, Strategie und getaggt mit , , , , .

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