Philipp Hoicke

Energie – Wirtschaft – Politikberatung

Krim-Krise zeigt Deutschlands Energieabhängigkeit

Ein Plädoyer für die Energiewende

Foto: Flickr (David Basanta) Lizenz CC BY-NC-SA 2.0

Die jüngsten politischen Entwicklungen haben uns noch einmal eindrucksvoll vor Augen geführt, wie abhängig wir von Energieimporten sind – besonders beim Gas. Deutschland importiert rund 90 Prozent seines Gasbedarfs aus dem Ausland. Etwas mehr als ein Drittel (ca. 36-39 Prozent) davon stammt aus Importen aus Russland. Dies war im Grunde schon immer ein Problem, da man sich zu einem großen Teil eben auf eine Bezugsquelle gestützt hatte. Das Problem verschärft sich nun durch die Umwälzungen in der Ukraine und im Konflikt mit Russland. Aber nicht nur beim Gas ist Russland ein wichtiger Energierohstoff-Lieferant. Es liefert auch einen großen Teil der Deutschen Steinkohleimporte.

Auch wenn Sigmar Gabriel nicht müde wird zu betonen, dass selbst während der Phase des Kalten Kriegs Russland stets seinen Energielieferungen nachgekommen sei, kommt man nicht umhin, sich nach Alternativen umzusehen.

Stimmen nach einem generellen Einsatz des sogenannten Frackings, einer umstritten Methode zur Gewinnung von Gas aus Gesteinsschichten, oder nach einer Verstärkten Nutzung von Braunkohle werden vielerorts wieder lauter. Demnach soll Fracking einen wesentlichen Beitrag zur Deckung des Deutschen Gasbedarf leisten und die Abhängigkeit zu Russland senken. Denn das Potenzial von Fracking ist erschreckend verlockend: Neuste Studien weisen alleine in Deutschland ein Volumen von 2,3 Billionen Kubikmeter Erdgas nach, das mit Fracking gehoben werden könnte (Ausnahmen in Wasserschutzgebieten verringern diese Zahl erheblich). In der EU könnte laut Gutachten von A.T. Kearney Fracking bis zum Jahr 2035 einen Anteil von 45 Prozent bei der Erdgasförderung ausmachen. Beeindruckende Zahlen – dennoch stehen den Verlockungen erhebliche Umweltbedenken entgegen, denn Fracking arbeitet mit Chemikalien, die in den USA bereits zu verheerenden Umweltschäden und Wasserverschmutzung geführt haben.

Im Bereich der Steinkohle hat man nur wenige Ausweichmöglichkeiten – außer man setzte wieder verstärkt auf den Einsatz von Braunkohle. Wen wundert es da, dass der gebeutelte Energieriese RWE diesen Vorschlag unterbreitet. Aber auch die Braunkohle hat erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt. Durch die Verstromung von Braunkohle entstehen weit mehr Klimagase als bei Steinkohle. Auch das möchte man nicht weiterhin fördern.

Beide Methoden, sowohl Fracking als auch der gesteigerte Einsatz von Braunkohle, sind keine Wege, die Deutschland einschlagen sollte. Zu groß sind die Klima- und Umweltschäden der beiden Energieformen bzw. der Methode des Frackings – und beide Varianten sind auch wiederum endlich.

Nein, eine Unabhängigkeit gegenüber den Rohstoff-Importen kann man nur durch eine Verstärkung und Beschleunigung der Energiewende herbeiführen. Diese wäre auch nachhaltig und würde die Energieimporte nicht nur auf andere fossile und heimische Energieträger verlagern. Der Einsatz von Erneuerbaren Energien erspart schon heute die Einfuhr von Brennstoffimporten in einer Größenordnung von bis zu 10 Milliarden Euro (2012) jährlich. Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2020 sogar bis zu 50 Milliarden Euro eingespart werden – geht man mal davon aus, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht weiter ausgebremst wird, was durch die Reform des EEG noch mit einem Fragezeichen behaftet ist.

 

Foto: Flickr (David Basanta) Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

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Ein Kommentar zu “Krim-Krise zeigt Deutschlands Energieabhängigkeit

  1. erneuerbar
    26. April 2014

    Hat dies auf erneuerbar rebloggt.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 22. April 2014 von in Allgemein, Energiepolitk, Erneuerbare Energien, fossile Energie, Politik, Wirtschaft und getaggt mit , , , , .

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